
Merz mischt Kabinett neu: Alle haben Posten, keiner will hin
Bundeskanzler Friedrich Merz hat seine Regierung umgebaut und neue Minister ernannt, doch die Begeisterung bei seinen Getreuen hält sich in Grenzen. Eigentlich sollte der Neuanfang frischen Wind bringen, aber momentan sieht es eher nach einer Zwangsversteigerung von Schreibtischen aus. Merz verteilt die Posten wie saure Drops auf einem Kindergeburtstag, bei dem keiner eingeladen werden wollte. Wer nicht schnell genug auf dem Baum war, hat jetzt ein Ministerium am Hals. Die Stimmung im Kanzleramt erinnert an eine Schulklasse, in der plötzlich der unbeliebteste Junge die Teams für den Sportunterricht wählen darf. Sein Vizekanzler Lars Klingbeil schaut dabei zu, wie die CDU-Kollegen versuchen, sich hinter Vorhängen zu verstecken, um nicht auch noch das Verkehrsressort übernehmen zu müssen. Sogar Außenminister Johann Wadephul wirkt, als würde er lieber im Regen stehen als neben seinem neuen Team. Der Kanzler nennt es einen Befreiungsschlag, aber für die Minister fühlt es sich eher wie eine lebenslängliche Haftstrafe im Büro an. Wenn das so weitergeht, muss Merz die nächsten Posten wohl über eine Lotterie im Fernsehen verlosen oder die Leute mit Gratis-Brezeln ins Kabinett locken.