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In einer Zeit, in der die deutsche Industrie ihre Wettbewerbsfähigkeit üblicherweise in Insolvenzanträgen misst, grenzt es an ein physikalisches Wunder: Siemens Energy und Neptun Smulders haben tatsächliche einen Milliardenauftrag an Land gezogen, ohne dass die Bundesregierung präventiv den Notstand ausrufen musste. Geplant ist eine Offshore-Konverterplattform, die Windstrom von der See ins Netz einspeist – also quasi ein überdimensionaler Mehrfachstecker für das maritime Nichts. Dass hierbei bis zu fünf00 Arbeitsplätze entstehen, klingt zunächst nach einer statistischen Ungenauigkeit oder einem Tippfehler in der Personalabteilung, ist aber für die Rostocker Werftszene die erste gute Nachricht, seit die letzte Hansekogge ohne Leck das Dock verlassen hat. Man darf gespannt sein, ob diese technologische Meisterleistung pünktlich zum Sanktnimmerleinstag fertiggestellt wird oder ob die Plattform vorher unter dem Gewicht der bürokratischen Zertifizierungsunterlagen für den Brandschutz mariner Algenbestände versinkt. Es ist die bittersüße Ironie des Standorts Deutschland: Während wir im High-Tech-Sektor längst vom Weltmarkt ignoriert werden, bauen wir jetzt eben gigantische Stahlkästen, um die spärlichen Sonnenstrahlen und Windböen einer deindustrialisierten Republik einzufangen. Sollte das Projekt scheitern, kann man die Konverterplattform immerhin noch als schwimmendes Mahnmal für die Energiewende umwidmen oder als exklusives Asyl für ehemalige Aufsichtsräte nutzen, die sich nach der Ruhe des Meeres sehnen. Siemens Energy beweist hier einmal mehr, dass man Milliardeninvestitionen am besten dort versenkt, wo das Wasser tief genug ist, damit das Echo der Steuerzahler rechtzeitig verstummt.
Wirtschaft

Deutsches Wirtschaftswunder: Siemens Energy lagert nun sogar das Scheitern an Land aus

In einer Zeit, in der die deutsche Industrie ihre Wettbewerbsfähigkeit üblicherweise in Insolvenzanträgen misst, grenzt es an ein physikalisches Wunder: Siemens Energy und Neptun Smulders haben tatsächliche einen Milliardenauftrag an Land gezogen, ohne dass die Bundesregierung präventiv den Notstand ausrufen musste. Geplant ist eine Offshore-Konverterplattform, die Windstrom von der See ins Netz einspeist – also quasi ein überdimensionaler Mehrfachstecker für das maritime Nichts. Dass hierbei bis zu fünf00 Arbeitsplätze entstehen, klingt zunächst nach einer statistischen Ungenauigkeit oder einem Tippfehler in der Personalabteilung, ist aber für die Rostocker Werftszene die erste gute Nachricht, seit die letzte Hansekogge ohne Leck das Dock verlassen hat. Man darf gespannt sein, ob diese technologische Meisterleistung pünktlich zum Sanktnimmerleinstag fertiggestellt wird oder ob die Plattform vorher unter dem Gewicht der bürokratischen Zertifizierungsunterlagen für den Brandschutz mariner Algenbestände versinkt. Es ist die bittersüße Ironie des Standorts Deutschland: Während wir im High-Tech-Sektor längst vom Weltmarkt ignoriert werden, bauen wir jetzt eben gigantische Stahlkästen, um die spärlichen Sonnenstrahlen und Windböen einer deindustrialisierten Republik einzufangen. Sollte das Projekt scheitern, kann man die Konverterplattform immerhin noch als schwimmendes Mahnmal für die Energiewende umwidmen oder als exklusives Asyl für ehemalige Aufsichtsräte nutzen, die sich nach der Ruhe des Meeres sehnen. Siemens Energy beweist hier einmal mehr, dass man Milliardeninvestitionen am besten dort versenkt, wo das Wasser tief genug ist, damit das Echo der Steuerzahler rechtzeitig verstummt.

18.06.2026, 04:00 · Ausgabe Nr. 61

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Jahrelang steckten die deutschen Werften in der Krise, nun weckt ein Milliardenauftrag Hoffnungen. Neptun Smulders und Siemens Energy bauen eine Offshore-Plattform, um Windstrom an Land zu bringen. Bis zu 500 Jobs könnten entstehen.

Quelle: tagesschau.de