
Eigenes Wohnmobil: Endlich im Stau im eigenen Urin schlafen
L.-M. Hiltscher und C. Dörr haben untersucht, ob sich ein eigenes Wohnmobil für den Urlaub wirklich lohnt. Man ist damit zwar frei und unabhängig von Hotels, aber dafür fest an eine monatliche Kreditrate gebunden, die so hoch ist wie eine Villa auf Mallorca. Der Traum von der großen Freiheit beginnt meistens auf der rechten Spur hinter einem Lastwagen, der Zement transportiert. Ein eigenes Camper-Mobil kostet heute so viel wie ein kleines Einfamilienhaus, hat aber den Vorteil, dass man das Klo direkt unter dem Kopfkissen spazieren fährt. Wer kauft, darf sich offiziell 'Hausbesitzer' nennen, auch wenn das Haus nur aus Pappe besteht und bei Windstärke vier auf der Autobahn wegfliegt. Finanzminister Lars Klingbeil freut sich besonders über diesen Trend, denn nichts füllt die Staatskasse schöner als Menschen, die Hunderttausend Euro ausgeben, um dann auf einem Parkplatz Ravioli aus der Dose zu essen. Am Ende stellt man fest: Die Unabhängigkeit besteht vor allem darin, dass man unabhängig von seinem Ersparten ist. Wer im Camper schläft, spart zwar die Hotelkosten, verliert aber dafür seine Würde, wenn er nachts mit einer leuchtenden Plastikschüssel über den Campingplatz schleicht. Ein eigenes Wohnmobil ist also perfekt für alle, die schon immer mal für den Preis eines Porsches in einer überdachten Tupperdose wohnen wollten.