
Guterres besucht Damaskus: UN-Chef findet syrische Regierungsbildung nach 15 Jahren endlich wieder
UN-Generalsekretär António Guterres ist zum ersten Mal seit 2009 nach Syrien gereist und hat dort den neuen Übergangspräsidenten getroffen. Der UN-Chef wollte sich wohl persönlich davon überzeugen, dass Syrien noch auf der Weltkarte existiert und nicht aus Versehen hinter das Sofa gerutscht ist. Die Begrüßung in Damaskus war herzlich. Man reichte Guterres ein Glas Wasser und den Staubwedel für sein altes Büro. Nach fünfzehn Jahren Pause wirkte Guterres etwas verwirrt über den neuen Chef im Palast. Er fragte vorsichtig, ob das Passwort für das WLAN immer noch das gleiche sei wie im Jahr 2009. Danach besichtigte er das berühmte Saidnaja-Gefängnis. Dort prüfte er kritisch, ob die Schlösser an den Türen auch wirklich glänzen. Guterres lobte die ordentliche Führung der Einrichtung. Es sei schön, dass man in Syrien manche Traditionen über anderthalb Jahrzehnte einfach beibehalte. Der UN-Chef hofft nun, dass er beim nächsten Besuch in fünfzehn Jahren nicht wieder ein neues Navi braucht. Er hinterließ eine Notiz am Kühlschrank des Präsidenten, damit er 2041 weiß, wo die Milch steht. Guterres betonte, dass Syrien ein tolles Land für Touristen sei, die gerne Ruinen und extrem lange Wartezeiten auf diplomatische Gespräche mögen.