
Ruhe sanft, Golf-Staat: VW plant den Premium-Suizid auf Ratenzahlung
Wenn Analysten großer Fondsgesellschaften das Wort Strategie in den Mund nehmen, klingt das bei Volkswagen meist so visionär wie eine Gebrauchtwagen-Garantie für ein Bobby-Car. Auf der heutigen Hauptversammlung wird Annette Deutskens Zeugin eines bizarren Schauspiels, bei dem ein ganzer Konzern versucht, sich gesund zu hungern, während die Konkurrenz aus Fernost bereits das Besteck poliert. Die Ankündigung, Kosten senken zu wollen, ist bei VW in etwa so innovativ wie das Rad, nur dass man in Wolfsburg derzeit darüber nachdenkt, aus Effizienzgründen nur noch drei davon pro Wagen zu montieren. Während die Chefetage krampfhaft versucht, dem Rest der Welt zu erklären, dass ein Software-Update für den Scheibenwischer bereits als digitale Revolution durchgeht, betrachten die Aktionäre die Bilanz wie einen Unfallbericht, bei dem man hofft, dass wenigstens die Airbags der Vorstandsgehälter ausgelöst haben. Dass nun attraktive Modelle gefordert werden, grenzt an Hohn, schließlich hat VW jahrelang mit der Design-Ästhetik einer Tiefkühltruhe brilliert, die man lediglich mit LED-Leisten und dem Charme einer Behördenflur-Beleuchtung aufgemotzt hat. Die bittere Wahrheit ist, dass man in Wolfsburg den Anschluss an die Zukunft so konsequent verpasst hat, dass selbst das Navigationssystem im ID.3 aus Scham nur noch den Weg zum nächsten Insolvenzverwalter anzeigt. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Volkswagen zwar keine Strategie hat, dafür aber die einzigartige Fähigkeit, das eigene Versagen so teuer zu verkaufen, dass die Bundesregierung es vermutlich bald als schützenswertes Kulturgut unter Denkmalschutz stellt.