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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ernennt heute neue Minister, doch die offizielle Vereidigung im Bundestag soll erst nach der Sommerpause im September stattfinden. Das sorgt für Verwirrung im Berliner Regierungsviertel. Kanzler Friedrich Merz möchte offenbar, dass seine neuen Kollegen erst einmal im Homeoffice üben, bevor sie ihre Hand auf das Gesetzbuch legen. Man nennt das jetzt wohl Regieren auf Vorkasse. Die neuen Minister haben zwar die Ernennungsurkunde vom Bundespräsidenten in der Tasche, dürfen im Bundestag aber noch nicht einmal den Kopierer bedienen. Es ist wie beim Bestellen im Internet: Das Paket ist zwar da, aber man hat das Passwort für die Inbetriebnahme vergessen. Bis September sind die neuen Minister wie Statisten in einem Film, die zwar ein Kostüm tragen, aber keinen Text haben. Vizekanzler Lars Klingbeil schaut derweil entspannt zu, wie die Neulinge versuchen, ohne offiziellen Schwur wichtig auszusehen. Wahrscheinlich hofft die Regierung, dass bis zum Herbst niemand merkt, wenn einer der Minister beim Aktenlesen einschläft. Bis dahin gilt die Devise: Wer nicht feierlich geschworen hat, darf bei Fehlern auch sagen, er sei nur der Praktikant mit dem großen Dienstwagen gewesen. So spart man sich im Sommerloch wenigstens den Stress mit der Opposition.
Inland

Minister auf Probe: Erst die Urkunde, spät der Schwur

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ernennt heute neue Minister, doch die offizielle Vereidigung im Bundestag soll erst nach der Sommerpause im September stattfinden. Das sorgt für Verwirrung im Berliner Regierungsviertel. Kanzler Friedrich Merz möchte offenbar, dass seine neuen Kollegen erst einmal im Homeoffice üben, bevor sie ihre Hand auf das Gesetzbuch legen. Man nennt das jetzt wohl Regieren auf Vorkasse. Die neuen Minister haben zwar die Ernennungsurkunde vom Bundespräsidenten in der Tasche, dürfen im Bundestag aber noch nicht einmal den Kopierer bedienen. Es ist wie beim Bestellen im Internet: Das Paket ist zwar da, aber man hat das Passwort für die Inbetriebnahme vergessen. Bis September sind die neuen Minister wie Statisten in einem Film, die zwar ein Kostüm tragen, aber keinen Text haben. Vizekanzler Lars Klingbeil schaut derweil entspannt zu, wie die Neulinge versuchen, ohne offiziellen Schwur wichtig auszusehen. Wahrscheinlich hofft die Regierung, dass bis zum Herbst niemand merkt, wenn einer der Minister beim Aktenlesen einschläft. Bis dahin gilt die Devise: Wer nicht feierlich geschworen hat, darf bei Fehlern auch sagen, er sei nur der Praktikant mit dem großen Dienstwagen gewesen. So spart man sich im Sommerloch wenigstens den Stress mit der Opposition.

29.07.2026, 10:01 · Ausgabe Nr. 663

Original Nachricht

Der Bundespräsident ernennt heute neue Minister. Aber erst nach der Sommerpause im September sollen sie im Bundestag vereidigt werden. Das ist umstritten. Von Frank Aischmann.

Quelle: tagesschau.de