
Personalkarussell in Berlin: Merz verteilt Urkunden wie Panini-Bilder
Bundespräsident Steinmeier hat im Schloss Bellevue drei neue Minister ernannt und drei alte nach Hause geschickt. Eine Ministerin bekam sogar zwei Zettel gleichzeitig, weil die Regierung ihre Ämter schneller wechselt als andere Leute ihre Socken. Bundeskanzler Friedrich Merz beobachtete das Spektakel mit einem breiten Lächeln, als hätte er gerade eine ganze Fabrik im Sonderangebot gekauft. Die Stimmung war festlich, aber hektisch wie beim Schlussverkauf am Wühltisch. Steinmeier musste so viele Urkunden unterschreiben, dass sein Füller zwischendurch um eine Pause bat. Die entlassenen Minister sahen aus wie Schulkinder, denen man in der großen Pause das Pausenbrot weggenommen hat. Vizekanzler Lars Klingbeil stand daneben und versuchte, die Ausgaben für die neuen Türschilder im Kopf zu überschlagen. Merz scheint das Kabinett jetzt nach dem Prinzip Reise nach Jerusalem zu führen, nur dass am Ende immer ein CDU-Politiker auf dem Stuhl sitzt. Die Neuen versprachen sofort Besserung, während die Alten schon nach den Zugangsdaten für ihr Arbeitslosengeld fragten. Berlin bleibt also spannend: Wer heute geht, kommt morgen vielleicht als Praktikant wieder.