
Reiter darf alles behalten – FC Bayern Jobs waren nur Ehrenamt mit Goldbarren
Münchens ehemaliger Oberbürgermeister Dieter Reiter kommt ungeschoren davon, obwohl er nebenbei unerlaubt beim FC Bayern München kassiert hat. Die Stadt hat das Verfahren gegen ihn einfach eingestellt. Das ist eine tolle Nachricht für alle Angestellten, die zu Hause heimlich die Kaffeekasse leer machen. Man muss es einfach nur Versehen nennen oder behaupten, man hätte im Fußballstadion die Zeit vergessen. Reiter hatte wichtige Rollen beim Rekordmeister übernommen und dafür ordentlich Geld bekommen, ohne vorher im Rathaus um Erlaubnis zu fragen. Wahrscheinlich dachte er, die Säbener Straße gehört rechtlich gesehen schon gar nicht mehr zu Deutschland, sondern ist ein eigenständiges Fürstentum für Gutverdiener. Die Ermittler fanden die Verstöße zwar bestätigt, aber Konsequenzen gibt es keine. Das ist so, als würde man beim Schwarzfahren erwischt werden und der Kontrolleur schenkt einem zur Belohnung noch eine Jahreskarte. Kritiker im Kommunalwahlkampf regten sich damals tierisch auf, aber in München gilt eben das alte Gesetz: Wer den Ball flach hält und im richtigen Verein ist, der darf auch mal beide Hände in den Honigtopf stecken. Reiter kann nun entspannt in den Ruhestand gehen und seine Lederhosen mit echten Goldfäden besticken lassen, während normale Beamte schon Ärger kriegen, wenn sie einen Kugelschreiber zu viel mitgehen lassen.