
Historische Wendung: Deutschland und Polen vereinbaren präventives Nicht-Einmarsch-Versprechen
In einer diplomatischen Meisterleistung, die Historiker wahlweise als Wunder oder als verzweifelten Schrei nach Aufmerksamkeit interpretieren, hat Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius in Warschau ein Verteidigungsabkommen unterzeichnet. Nachdem die deutsch-polnischen Beziehungen über Jahrzehnte hinweg hauptsächlich daraus bestanden, dass man sich gegenseitig die Reparationsforderungen wie faule Eier über den Zaun warf, herrscht nun plötzliche Eintracht. Pistorius, der derzeit so viel testosterongeschwängerten Tatendrang versprüht, dass man in der SPD-Zentrale bereits überlegt, ihn vorsichtshalber in Panzerstahl einzugießen, besiegelte damit eine Militärkooperation, die vor allem ein Ziel hat: Den Russen zu zeigen, dass man gemeinsam sehr besorgt schauen kann. Das Abkommen sieht vor, dass man sich im Ernstfall gegenseitig die Munition leiht, sofern diese nicht gerade bei der Inventur durch Rost oder bürokratische Inkompetenz unauffindbar ist. Ein Sprecher des Ministeriums betonte, dass die Zusammenarbeit so eng sei, dass man künftig sogar die schlechte Laune beim Appell teile. Es ist die ultimative Absicherung gegen die eigene Bedeutungslosigkeit: Deutschland liefert die bürokratischen Formulare für den Verteidigungsfall, und Polen steuert den unbedingten Willen bei, diese niemals auszufüllen. Dass Deutschland nun ausgerechnet mit dem Land ein Militärbündnis schließt, bei dem man sich früher eher unangemeldet und in Kettenfahrzeugen zur Besichtigung der lokalen Architektur einfand, zeugt von einem Humorverständnis, das selbst die Titanic-Redaktion vor Neid erblassen lässt. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass moderne Verteidigung vor allem daraus besteht, so viele Verträge zu unterschreiben, bis der potenzielle Gegner vor lauter Papiermüll den Wald vor lauter Stacheldraht nicht mehr sieht.