
Fachkräftemangel besiegt: Deutschland endlich Weltmarktführer im Export von Asylantragsformularen und Hoffnungslosigkeit
Das Statistische Bundesamt hat die erfreuliche Nachricht verkündet, dass Deutschland nun über vier Millionen staatlich geprüfte Sehnsuchtsorte-Experten beherbergt. Während die Bundesregierung den logistischen Albtraum gewohnt stilsicher zwischen Aktenordner-Fetischismus und symbolpolitischem Aktionismus moderiert, stellt sich heraus, dass vor allem Menschen aus der Ukraine und Syrien die deutsche Gastfreundschaft bis zur Belastungsgrenze der Faxgeräte testen. Die Integration verläuft dabei so reibungslos, wie man es von einem Land erwartet, das Digitalisierung für eine bösartige Legende aus dem Silicon Valley hält. Während deutsche Behördenmitarbeiter mit der Geschwindigkeit einer sedierten Weinbergschnecke Stempel auf Papiere drücken, die man im Rest der Welt vermutlich bereits als antike Relikte im Museum ausstellen würde, wächst die Bevölkerung um die Größe einer Metropole, die lediglich an der Abwesenheit von bezahlbarem Wohnraum und funktionierendem WLAN scheitert. Es ist die ultimative Ironie der Geschichte: Ein Volk, das seine eigene Geburtenrate seit Jahrzehnten im homöopathischen Bereich hält, wird nun von Menschen gerettet, die eigentlich nur vor etwas flüchten wollten und nun in der ewigen Warteschleife des deutschen Föderalismus festsitzen. Besonders pikant ist dabei der statistische Erfolg, denn während wir exporttechnisch schwächeln, produzieren wir nun zumindest eine Rekordmenge an biometrischen Passfotos und Ablehnungsbescheiden in feinster Behördenlyrik. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Deutschland das einzige Land ist, das es schafft, vier Millionen Menschen gleichzeitig willkommen zu heißen und sie durch den Antrag auf einen Kita-Platz in den Wahnsinn zu treiben, bevor sie überhaupt das Wort Abschiebeanhörung fehlerfrei buchstabieren können.