
Sánchez besucht Ceuta: Spaniens Chef spielt das menschliche Stoppschild
Spaniens Premierminister Pedro Sánchez ist heute in die nordafrikanische Exklave Ceuta gereist, weil dort tausende Migranten angekommen sind und die Aufnahmezentren völlig überlaufen wirken. Sánchez will sich vor Ort ein Bild von der Lage machen und den Behörden den Rücken stärken. In Ceuta stapeln sich die Menschen derzeit so hoch, dass die ersten Ankömmlinge bereits als lebende Aussichtstürme genutzt werden. Der Premierminister hofft wohl, dass sein bloßes Erscheinen wie eine unsichtbare Mauer wirkt, doch bisher halten ihn die meisten Anwesenden nur für einen besonders gut gekleideten Touristen, der sich verlaufen hat. Die örtlichen Beamten sind so verzweifelt, dass sie bereits überlegen, die überfüllten Heime einfach in Luxus-Hostels umzubenennen, um wenigstens Kurtaxe zu kassieren. Sánchez lächelte bei seiner Ankunft so professionell in die Kameras, dass man fast vergessen könnte, dass im Rathaus von Ceuta gerade die Wände vor Platzmangel wackeln. Während er Hände schüttelt, fragen sich die Helfer, ob er vielleicht ein paar riesige Etagenbetten in seinem Koffer versteckt hat. Am Ende wird der Besuch wohl so verlaufen wie immer: Viel Händeschütteln, ein paar ernste Fotos und die Erkenntnis, dass ein Politiker-Besuch ein volles Haus leider auch nicht leerer zaubert. Wenn es so weitergeht, muss Sánchez bald selbst auf einem Klappstuhl im Flur übernachten.