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Entwarnung an der Zapfsäule, zumindest theoretisch. Die Straße von Hormus wird wieder als schiffbar deklariert, was etwa die gleiche strategische Relevanz hat, wie wenn die Deutsche Bahn die Pünktlichkeit eines brennenden ICEs lobt. Angela Göpfert analysiert messerscharf, dass wir vor einer logistischen Herkulesaufgabe stehen, die selbst die Berliner Flughafenplaner vor Scham erröten ließe. Der Ozeanboden dort unten gleicht derzeit einer Mischung aus einem vergessenen Minenfeld und einer verwaisten Schrottpresse, während die Versicherungsmathematiker ihre Prämien in Höhen schrauben, für die man normalerweise ein eigenes Weltraumprogramm benötigt. Es ist die pure Ironie der Globalisierung: Wir besitzen künstliche Intelligenzen, die Gedichte über Toaster schreiben können, sind aber logistisch überfordert, wenn ein paar rostige Stahlrohre im Wasser liegen. Die Konjunktur hofft derweil auf ein Wunder, doch der Spritpreis bleibt so stabil wie das Ego eines Diät-Gurus. Man muss es positiv sehen: Solange kein Öl fließt, können die Konjunkturprognosen wenigstens nicht noch tiefer in den Keller rutschen, ohne dort auf Fracking-Lobbyisten zu stoßen. Die Normalisierung wird Monate dauern, was in der Zeitrechnung von Wirtschaftsministern ohnehin nur ein kurzer Wimpernschlag zwischen zwei Rücktrittsforderungen ist. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Ein blockierter Welthandel ist auch nur eine sehr konsequente Form der Klimaschutz-Demo, nur dass die Aktivisten hier keine Warnwesten tragen, sondern maßgeschneiderte Anzüge in Londoner Hochhäusern. Wer braucht schon fließtende Warenströme, wenn die Gewissheit, dass alles teurer wird, die einzige verlässliche Konstante in unserem maroden Spätkapitalismus bleibt.
Wirtschaft

Hormus-Stau: Warum deutsche Radwege schneller fertig werden als der Ölfluss

Entwarnung an der Zapfsäule, zumindest theoretisch. Die Straße von Hormus wird wieder als schiffbar deklariert, was etwa die gleiche strategische Relevanz hat, wie wenn die Deutsche Bahn die Pünktlichkeit eines brennenden ICEs lobt. Angela Göpfert analysiert messerscharf, dass wir vor einer logistischen Herkulesaufgabe stehen, die selbst die Berliner Flughafenplaner vor Scham erröten ließe. Der Ozeanboden dort unten gleicht derzeit einer Mischung aus einem vergessenen Minenfeld und einer verwaisten Schrottpresse, während die Versicherungsmathematiker ihre Prämien in Höhen schrauben, für die man normalerweise ein eigenes Weltraumprogramm benötigt. Es ist die pure Ironie der Globalisierung: Wir besitzen künstliche Intelligenzen, die Gedichte über Toaster schreiben können, sind aber logistisch überfordert, wenn ein paar rostige Stahlrohre im Wasser liegen. Die Konjunktur hofft derweil auf ein Wunder, doch der Spritpreis bleibt so stabil wie das Ego eines Diät-Gurus. Man muss es positiv sehen: Solange kein Öl fließt, können die Konjunkturprognosen wenigstens nicht noch tiefer in den Keller rutschen, ohne dort auf Fracking-Lobbyisten zu stoßen. Die Normalisierung wird Monate dauern, was in der Zeitrechnung von Wirtschaftsministern ohnehin nur ein kurzer Wimpernschlag zwischen zwei Rücktrittsforderungen ist. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Ein blockierter Welthandel ist auch nur eine sehr konsequente Form der Klimaschutz-Demo, nur dass die Aktivisten hier keine Warnwesten tragen, sondern maßgeschneiderte Anzüge in Londoner Hochhäusern. Wer braucht schon fließtende Warenströme, wenn die Gewissheit, dass alles teurer wird, die einzige verlässliche Konstante in unserem maroden Spätkapitalismus bleibt.

18.06.2026, 16:01 · Ausgabe Nr. 73

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Die Straße von Hormus soll wieder offen sein. Doch Minen, Versicherungsfragen und Schäden an Förderanlagen stehen einer Rückkehr zum Vorkriegszustand im Weg. Was bedeutet das für den Ölmarkt, Spritpreise und die Konjunktur? Von Angela Göpfert.

Quelle: tagesschau.de