
Bonner Klimagipfel: Fünftausend Experten optimieren das präfinale Buffet für den Weltuntergang
In Bonn bündelt sich derzeit die globale Elite des gepflegten Aufschiebens, um unter dem Vorwand der Rettung des Habitats die Kunst des rituellen Nichtstuns zu perfektionieren. Fünftausend Delegierte haben sich zehn Tage lang in der rheinischen Idylle verschanzt, um wissenschaftliche Erkenntnisse so lange zu filtrieren, bis sie die Konsistenz einer homöopathischen Wirkstoffverdünnung erreichen. Die Rede ist von schwerwiegenden Angriffen auf die Wissenschaft, was im diplomatischen Jargon schlicht bedeutet, dass Ölstaaten-Vertreter mit der intellektuellen Subtilität eines Presslufthammers versucht haben, physikalische Gesetze mittels Mehrheitsvotum außer Kraft zu setzen. Man einigte sich schließlich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner: Das Wetter findet statt, und das ist erst einmal zu begrüßen. Während draußen die Natur mit der Souveränität eines brennenden Müllcontainers reagiert, diskutiert man drinnen in klimatisierten Räumen über die Semantik von Absichtserklärungen, die so rechtlich bindend sind wie die Diätversprechen eines Konditors. Die Fortschritte sind dabei so marginal, dass man sie eigentlich nur unter einem Elektronenmikroskop oder nach dem Genuss von sechs Litern Kölsch erkennen kann. Es ist eine faszinierende Performance des kollektiven Verdrängens, bei der die Wissenschaft wie eine lästige Kassiererin behandelt wird, die lautstark darauf hinweist, dass das Konto der Menschheit bereits tief im Dispo der Evolution steckt. Am Ende steht die bahnbrechende Erkenntnis, dass man im November in Aserbaidschan weitermachen möchte, dort, wo die Demokratie so sauber ist wie eine frisch geölte Bohrinsel. Wer glaubt, dass dieser Zirkus das Klima rettet, der hält vermutlich auch eine laktosefreie Milchschnitte für ein Grundnahrungsmittel der Hochleistungssportler.