
Dax-Phantomschmerz bei 25.000 Punkten: Anleger warten auf das Ende der Weltgeschichte
Während der DAX die 25.000er-Marke mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks umtanzt, das von einem Parkinson-Patienten aufgezogen wurde, verfallen die deutschen Anleger in ihre liebste Disziplin: die gepflegte Agonie. Trotz sinkender Ölpreise, die normalerweise jeden SUV-Fahrer im Speckgürtel zu Libido-Sprüngen veranlassen müssten, herrscht an der Frankfurter Börse die Stimmung eines veganen Grillfestes im Dezember. Man traut der Sache nicht. Sinkende Energiekosten gelten im hiesigen Finanzwesen offenbar als unheilvolles Omen für einen drohenden Ausbruch von allgemeiner Zufriedenheit, den es unter allen Umständen zu vermeiden gilt. Die psychologische Hürde der 25.000 Punkte wird dabei behandelt wie die Berliner Mauer, nur dass diesmal niemand den Mut hat, sich mit einer Banane in der Hand auf die falsche Seite zu stellen. Marktbeobachter analysieren das Zögern als hochkomplexes Phänomen der kollektiven Angstneurose: Wenn der Sprit billiger wird und die Kurse steigen, muss zwangsläufig das Universum implodieren oder, schlimmer noch, die FDP recht behalten. Die Anleger kauern vor ihren Terminals wie Zeugen Jehovas, die den Weltuntergang für letzten Dienstag bestellt hatten und nun wütend darüber sind, dass die Sonne trotzdem aufgegangen ist. Man wartet auf die dicke Quittung, die so sicher kommen muss wie das Burnout beim Sparkassen-Azubi. Solange die Rahmenvereinbarungen nicht beinhalten, dass das Geldverdienen wieder weh tut, bleibt der deutsche Investor lieber vorsichtig und investiert sein Kapital weiterhin ausschließlich in Goldmünzen, die er im heimischen Garten unter den Geranien vergräbt. Am Ende ist Vorsicht eben die Mutter der Renditekiste, in der man nach dem großen Crash als einziger mit einem intakten Satz Winterreifen verhungert.