
Magdeburger Halbkugeln: Sachsen-Anhalt probt den Rückzug in die politische Isolation
In Sachsen-Anhalt bereitet man sich auf den Wahlabend vor wie auf eine Wurzelbehandlung ohne Anästhesie. Die CDU, die das Land seit zwei Jahrzehnten mit der emotionalen Leidenschaft einer Raufasertapete verwaltet, blickt nervös auf die AfD, die in den Umfragen führt und die absolute Mehrheit anstrebt. Bundeskanzler Friedrich Merz beobachtet das Geschehen aus Berlin mit der distanzierten Kühle eines Versicherungsmaklers, der gerade feststellt, dass die Elementarschadenversicherung für den Osten nicht greift. Während die politische Mitte versucht, den Wählern Stabilität als Erlebnisurlaub zu verkaufen, wirkt die Aussicht auf eine Regierung ohne Brandmauer etwa so zukunftsträchtig wie ein Faxgerät im Silicon Valley. Man hat die Wahl zwischen dem bewährten Stillstand und einem Aufbruch in eine Vergangenheit, die es so nie gab.