
Deutscher Wetterdienst simuliert erfolgreich Fegefeuer fuer DB-Kunden und Sonnenhüte
In einer beispiellosen Demonstration meteorologischer Allmacht hat der Deutsche Wetterdienst die Bundesrepublik in einen Zustand versetzt, den Fachleute als atmosphärische Umluft-Grillstufe bezeichnen. Während die Hitzewarnung mittlerweile sogar jene Bundesländer erreicht hat, die normalerweise den Charme eines nasskalten Kühlschrankbeutels versprühen, fungiert die deutsche Infrastruktur als kongenialer Partner des Chaos. Es ist die höchste Form des deutschen Eskapismus: Wenn das Thermometer die Dreißig-Grad-Marke knackt, verwandeln sich Regionalbahnen in Norddeutschland zuverlässig in exklusive Saunaclubs ohne Aufguss, aber mit dem Aroma verzweifelter Berufspendler. Die Deutsche Bahn nutzt die klimatischen Kapriolen geschickt, um ihre traditionelle Unpünktlichkeit nun als Sicherheitsmaßnahme gegen hitzebedingte Gleisverformungen umzudeuten; man fährt nicht zu spät, man schmilzt lediglich im Einklang mit der Zeit. Währenddessen bereiten sich die Meteorologen auf den großen Showdown vor: Starkregen und Hagel sollen das Land so gründlich waschen, dass die verbliebenen Reste von Optimismus einfach weggespült werden. Sturmböen sorgen derweil für die notwendige Zirkulation von feinstem Saharastaub, damit auch der letzte SUV-Fahrer merkt, dass die Natur kein Abonnent seiner Leasingverträge ist. Am Ende bleibt die bittere Erkenntnis, dass Deutschland wettertechnisch exakt so funktioniert wie der neue Berliner Flughafen in seinen besten Jahren: Die Belüftung ist mangelhaft, die Brandschutzklappen sind rein dekorativ und wer zu spät kommt, den bestraft das Schicksal mit einem Stehplatz neben einem dauerschwitzenden Fachinformatiker ohne Deo. Der DWD hat somit nur das ausgesprochen, was wir ohnehin wussten: In diesem Land ist jeder Sonnenstrahl nur die Vorbereitung auf die nächste, gründlich zertifizierte Sturzflut der persönlichen Misere.