
EZB-Zinsentscheid: Börsenpsychose auf dem Niveau eines Wartezimmers
In Frankfurt herrscht die produktive Stille einer leeren Konservendose. Vor dem Zinsentscheid der EZB verharren die Anleger in einer Schockstarre, die man sonst nur aus dem Finanzministerium unter Lars Klingbeil kennt, wenn die Kassenstände mal wieder nicht mit der Realität korrespondieren. Der DAX tritt so beharrlich auf der Stelle, dass man ihn fast für ein Bauprojekt der Deutschen Bahn halten könnte. Während die Ölpreise so zuverlässig steigen wie das Ego von Donald Trump, wächst bei den Brokern die Angst vor einer Inflation, die den Warenkorb bald auf die Größe eines Pfandbons schrumpfen lässt. Man wartet auf ein Signal aus dem Eurotower, doch derzeit ist die geldpolitische Orientierungslosigkeit so gefestigt, dass selbst Friedrich Merz sicherheitshalber das Fliegen eingestellt hat.