
Zinsangst an der Börse: Wenn die Sparsamkeit der anderen das eigene Koks gefährdet
Die Finanzwelt zittert vor einer strafferen Geldpolitik, als wäre die Aussicht auf solide Haushalte eine persönliche Beleidigung für jeden Derivate-Jongleur. Während die Notenbanken in London, Tokio und Washington über Zinsschritte brüten, herrscht auf dem Parkett eine Panik, die man sonst nur aus dem Ausverkauf von Laktose-Ersatzprodukten kennt. Anleger fürchten steigende Zinsen wie der durchschnittliche CDU-Wähler die Gendersprache – es zerstört das mühsam aufgebaute Weltbild der risikofreien Gier. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil beobachtet das Treiben mit der stoischen Ruhe eines Mannes, der weiß, dass man Schulden zur Not einfach umbenennen kann, während Donald Trump im Weißen Haus vermutlich bereits darüber nachdenkt, den Dollar durch goldene Turnschuhe zu ersetzen. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Höhere Ölpreise sind für den Markt wie ein schlechtes Catering auf einer Gala – man nimmt es hin, aber man jammert so laut, dass es jeder hören muss.