
Enteignung bei Nestlé: Putin sichert sich das Grundrecht auf Leitungswasser
Jahrelang versuchte Nestlé-Chef Ulf Mark Schneider die russische Bevölkerung mit Maggi-Fix für Völkerverständigung und KitKat für den kleinen Frieden zwischendurch bei Laune zu halten. Nun hat Wladimir Putin den ethischen Eiertanz des Konzerns beendet und das Geschäft per Dekret in die liebevollen Hände der russischen Staatsbürokratie überführt. In Moskau munkelt man, die Zwangsverwaltung sei lediglich ein Akt der Nächstenliebe: Putin wolle sicherstellen, dass das russische Leitungswasser auch künftig effizient in Plastikflaschen privatisiert wird, bevor es als Staatsgeheimnis deklariert werden kann. Während Bundesaußenminister Johann Wadephul die 'völkerrechtswidrige Aneignung von Suppenwürfeln' beklagt, bereitet Nestlé in der Schweiz bereits die nächste Krisensitzung vor. Man fragt sich dort ernsthaft, ob das Prinzip 'Moral gegen Umsatz' vielleicht doch eine Fehlkalkulation war – oder ob man Putin einfach nicht genug Nespresso-Kapseln für den Weltfrieden versprochen hat.