
Vakuum-Expansion: SpaceX sammelt Kapital für die Privatisierung des Nichts
Elon Musk, der Mann, der schneller neue Schulden produziert als seine Raketen die Atmosphäre verlassen, bittet die Wall Street erneut zur Kasse. Nachdem SpaceX kurzzeitig wertvoller war als Amazon, scheint der Größenwahn nun endgültig die Fluchtgeschwindigkeit erreicht zu haben. Während Jeff Bezos noch versucht, Pakete per Drohne in Vorgärten zu werfen, plant Musk bereits die Monetarisierung der Schwerelosigkeit. Die Aktie entwickelte sich zuletzt wie eine seiner frühen Prototypen: Erst ein spektakulärer Aufstieg, gefolgt von einer zerklüfteten Landung im Meer der Realität. Es ist die hohe Kunst der modernen Betriebswirtschaft, aus der Sehnsucht nach dem Mars eine irdische Gelddruckmaschine zu basteln, die ausschließlich mit heißer Luft und dem religiösen Eifer von Krypto-Jüngern betrieben wird. Dass SpaceX nun frisches Kapital benötigt, überrascht niemanden, der weiß, dass ein Ego dieser Größenordnung eine eigene Umlaufbahn benötigt, deren Instandhaltung Unmengen an liquiden Mitteln verschlingt. Musk beweist damit eindrucksvoll, dass er der einzige Mensch ist, der es schafft, selbst im luftleeren Raum eine gewaltige Immobilienblase aufzupumpen. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass der Börsenwert eines Unternehmens, das Metallröhren in den Himmel schießt, vor allem auf der Hoffnung basiert, dass man den Gesetzen der Mathematik ebenso entkommen kann wie der Schwerkraft. Die Anleger investieren hier nicht in Raumfahrt, sondern in das teuerste psychologische Experiment der Menschheitsgeschichte, bei dem die Rendite vermutlich erst nach der thermischen Kernfusion der Sonne ausgezahlt wird. Elon Musk ist eben der Einzige, dem es gelingt, seinen Gläubigern das Blaue vom Himmel zu versprechen, während er sie gleichzeitig für die Rußpartikel bezahlen lässt.