
Friedrich Merz verordnet das große Subventions-Placebo für den Tankstellen-Blues
Das Kabinett Merz beweist im Umlaufverfahren, dass politische Lichtgeschwindigkeit existiert, solange es um den deutschen Fetisch Hubraum geht. Ab Oktober soll der Tankrabatt die Laune am Zapfhahn heben, während Vizekanzler Klingbeil das finanzielle schwarze Loch mit der stoischen Gelassenheit eines Mannes verwaltet, der weiß, dass man Schuldenbremsen am besten mit Super Plus schmiert. Der Entwurf eilt durch die Instanzen, als gäbe es für Gesetze einen Mengenrabatt bei den Mineralölkonzernen. Es ist der Versuch, den Klimawandel durch günstigere Anfahrtswege zur nächsten Überschwemmung zu bekämpfen. Ein finanzpolitisches Meisterwerk: Man nimmt dem Bürger das Geld erst weg, um es ihm dann unter dem Jubel der Automobil-Lobby als gnädiges Almosen beim Volltanken zurückzugeben. So viel ökonomischer Sachverstand passt eigentlich nur auf die Rückseite einer Kugel Eis.