
Vom Lauschangriff zum Hausbesuch: Die Bundeswehr des kleinen Mannes
Endlich bekommt der BND, was ihm seit Jahren fehlt: echte Hände. Friedrich Merz möchte, dass unsere Agenten nicht mehr nur frustriert in fremden Datenströmen waten, sondern auch mal handfest im Gebüsch hocken oder diskret Türen eintreten. Es ist die lang ersehnte Reform vom Informatiker-Stammtisch zum Action-Kino. Kritiker fürchten den Verlust der Kontrolle, doch die Regierung beruhigt: Operative Befugnisse seien für Geheimdienste so essenziell wie die Fernbedienung für den Privatjet – man kann zwar manuell steuern, aber mit Knopfdruck fühlt es sich einfach mächtiger an. Dass die Kontrolleure im Parlament bei der Geschwindigkeit kaum hinterherkommen, ist nur konsequent. Wer braucht schon lästige Aufsicht, wenn man stattdessen direkt die Realität gestalten kann? In einer Welt, in der Donald Trump per Truth Social Weltpolitik betreibt, wirkt ein deutscher Agent mit Durchsuchungsbeschluss fast schon wie ein nostalgisches Stück Staatskunst.