
BASF erwägt Evonik-Übernahme: Eine kontrollierte Verpuffung der Monotonie
In Ludwigshafen wächst die Sehnsucht nach einem neuen Hobby. BASF liebäugelt mit dem Konkurrenten Evonik, um der schleichenden Deindustrialisierung wenigstens ein teures Hochzeitsfoto entgegenzusetzen. Wenn sich zwei Giganten paaren, deren Aktienkurse seit Jahren die Bodenhaftung von Bleiplatten simulieren, entsteht kein Champion, sondern eine polymere Selbsthilfegruppe. Bundeskanzler Friedrich Merz lobt das Signal als Aufbruch, während Finanzminister Klingbeil bereits prüft, ob man die entstehenden Synergieeffekte – also die Entlassungen – steuerlich als 'Freizeitinnovation' deklarieren kann. Es ist die chemische Entsprechung zu einer Fusion von zwei sinkenden Ruderbooten: Man hat danach zwar mehr Platz zum Ertrinken, aber immerhin eine beeindruckende Bilanzsumme. Die Börse reagierte nervös, vermutlich weil jemand das Wort 'Wachstum' im Prospekt mit einem Tippfehler verwechselte.