
Schweden-Modell: Wenn die Couch zur letzten Bastion des Sozialstaats wird
Schweden beweist Mut zur Lücke und lässt seine Senioren dort, wo sie am wenigsten stören: in den eigenen vier Wänden. Das Konzept ist bestechend logisch: Wer zu Hause alt wird, belegt keinen Heimplatz und kann die schwedische Einsamkeit in der gewohnten Raufasertapeten-Idylle perfektionieren. Während Bundeskanzler Merz noch prüft, ob man die deutsche Pflegekrise durch das bloße Vorlesen von Aktienkursen lösen kann, setzen die Skandinavier auf ambulante Fachkräfte, die allerdings seltener sind als ein alkoholfreies Kiez-Frühstück in Stockholm. Der Eigenbeitrag ist gedeckelt, was den Erben das beruhigende Gefühl gibt, dass das Sommerhaus in Schonen nicht für eine Dekade Windelwechseln draufgeht. Ein System so effizient wie ein Billy-Regal – solange man nicht versucht, es ohne fehlende Kleinteile aufzubauen.