
Berliner Linksbündnis probt Annäherung durch vorsichtiges Ignorieren der Realität
In Berlin treffen sich SPD, Grüne und Linke zu Vorgesprächen, die in ihrer rührenden Naivität an ein erstes Date in einer Mehrzweckhalle erinnern. Bevor man über die Verteilung von Posten spricht, widmet man sich den lästigen Randthemen: Antisemitismus und organisierte Kriminalität. Es ist der ambitionierte Versuch, eine Brandmauer aus Pappe gegen einen Flächenbrand aus Benzin zu errichten. Während die Stadtverwaltung traditionell mit der Effizienz einer sandgefüllten Sanduhr arbeitet, hofft man nun auf einen Minimalkonsens, der vermutlich darin besteht, dass Probleme erst dann existieren, wenn sie ordnungsgemäß im Amtsblatt ignoriert wurden. Man beschnuppert sich ideologisch so intensiv, dass für politische Inhalte kaum noch Sauerstoff bleibt.