
Hanseatische Resterampe: Bremen feiert Einheit zwischen Schuldenbremse und Dosenbier
Wenn Bremen zur Festivalmeile wird, bedeutet das historisch gesehen meist, dass man für das Pfandflaschensammeln eine Genehmigung braucht. Zum Tag der Deutschen Einheit erwartet Bürgermeister Bovenschulte nun 400.000 Gäste, die in der kleinsten Landeshauptstadt der Welt nach dem suchen sollen, was Bundeskanzler Merz als 'Leitkultur' bezeichnet, aber meistens nur als überteuerte Bratwurst endet. Während Frank-Walter Steinmeier in gewohnt staatstragender Agonie über das Zusammenwachsen spricht, versucht die Stadt, die 700 Veranstaltungen so zu koordinieren, dass niemand merkt, dass die Infrastruktur bereits bei drei gleichzeitig einfahrenden Regionalbahnen kapituliert. Es ist die gelebte Einheit: Man teilt sich den Frust über die Verspätung, den Regen und die Tatsache, dass man für diesen Anlass ausgerechnet nach Bremen geschickt wurde.