
Brasilien-Wahl: Volk entscheidet sich zwischen Pest und Cholera-Junior
Bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien müssen Jair Bolsonaro und Lula da Silva in die Stichwahl, während Bolsonaros Sohn bereits als lachender Dritter in den Startlöchern steht. Dass die Wählerschaft angesichts explodierender Preise und grassierender Kriminalität ausgerechnet auf die Fortsetzung einer Familiensaga setzt, zeugt von einem Optimismus, der sonst nur beim Kauf von Restposten-Aktien an der Copacabana anzutreffen ist. Ein Sprecher der Wahlkommission erklärte trocken, man habe die Wahlurnen vorsorglich mit Beruhigungsmitteln beschichtet, um den Puls der Nation unter dem Siedepunkt zu halten. Während Europa noch rätselt, ob Rechtsruck eine Tanzsportart oder ein politisches Schicksal ist, demonstriert Brasilien, dass man ein brennendes Haus am besten löscht, indem man den Benzinkanister an die nächste Generation vererbt. Am Ende gewinnt vermutlich ohnehin die Inflation, da sie als einzige Kandidatin ihr Wahlversprechen auf tägliches Wachstum konsequent einhält.